buchtipp: lernen wir beten von franz jalics
11/06/2010 2 Kommentare
Beten ist nicht gleich beten. Wahrscheinlich gibt es so viele Gebetsweisen wie es Menschen gibt. Aber man kann einige Grundformen skizzieren, wie das Franz Jalics in seinem Buch “Lernen wir beten” tut. Wenn man bislang nur eine Form des Gebets, z.B. das Beten mit vorformulierten Gebeten, kannte und da vielleicht den Eindruck hat, dass das ja nicht alles sein kann, bekommt Anregungen für weiteres. Oder: Man könnte genauso gut feststellen: “Ach, meine Entspannungsübung zu machen, kann man ja auch Beten nennen!”
In den knapp 100 Seiten wird jede Gebetsweise in einfachen Worten beschrieben. Praktische Anweisungen regen dazu an, es selber auszuprobieren. Die beiden letzten Kapitel sind besonders: Im VIII. Kapitel wird die Entwicklung des Gebetslebens beleuchtet und auf mögliche Hindernisse innerhalb dieses Prozess hingewiesen. Das IX. Kapitel gibt einen Ausblick auf die Kontemplation, dem einfachen Verweilen bei Gott ohne Worte. Hier ist ein Wegweiser aufgestellt zu einem Thema, das in weiteren Büchern von Franz Jalics genau und praktisch dargestellt wird.
Franz Jalics, Lernen wir beten (Verlag Topos Plus), 106 Seiten
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wir beten” tut. Wenn man bislang nur eine Form des Gebets, z.B. das Beten mit vorformulierten Gebeten, kannte und da vielleicht den Eindruck hat, dass das ja nicht alles sein kann,
bekommt Anregungen für weiteres. Oder: Man könnte genauso gut feststellen: “Ach, meine Entspannungsübung zu machen, kann man ja auch Beten nennen!”
In den knapp 100 Seiten wird jede Gebetsweise in einfachen Worten beschrieben. Praktische Anweisungen regen dazu an, es selber auszuprobieren. Die beiden letzten Kapitel sind
besonders: Im VIII. Kapitel wird die Entwicklung des Gebetslebens beleuchtet und auf mögliche Hindernisse dieses Prozesses hingewiesen. Das IX. Kapitel gibt einen Ausblick auf die
Kontemplation, dem einfachen Verweilen bei Gott ohne Worte. Hier ist ein Wegweiser aufgestellt zu einem Thema, das in weiteren Büchern von Franz Jalics genau und praktisch dargestellt
wird.
Franz Jalics, Lernen wir beten (Verlag Topos Plus), 106 Seiten
Ein geniales Buch, wenn man sich mit der Theorie des Christentums befassen will. Es ist sozusagen das Evangelium auf ein paar wenige Seiten heruntergebrochen, und lesbar gemacht für uns heutige Menschen. Aber aus persönlicher Erfahrung wird kein Hinweis geliefert, wie man nach dem Evangelium leben kann in einer Welt aus Pragmatikern, welche nur für sich schauen. Herr Jalics schreibt ganz eindeutig aus einem geschützten Bereich heraus, durch das er sich die Philosophie des Evangelium auch im Beruf leisten kann. Normale Leute scheitern meistens fundamental daran, das Wissen des Evangeliums in der Welt umzusetzen, weil sie dann nämlich gemobbt, terrorisiert und fertig gemacht werden. Davon steht im Buch von Herrn Jalics nichts. Man kann aus obigem davon ausgehen, weshalb dies eben so ist. Christen können in einer modernen Welt, in welcher es keine Moral noch Ethik gibt, gar nicht überleben. Oder sie müssen es zu einem solch hohen Preis machen, dass sie gemobbt werden oder den Job verlieren. Christ sein, kann sich ein normaler Mitarbeiter heute gar nicht mehr leisten. Das ist die Wirklichkeit, und danach muss sich ein Mitarbeiter heute ausrichten. Wer andere nicht fertigmachen kann, wird selbst fertiggemacht. Und wenn es dann so läuft, dann hilft auch kein Evangelium mehr. Der Pragmatismus ist erfolgreicher, und siegt immer. Die Praxis bestätigt dies nachhaltig. Da Herr Jalics dies nicht versteht, kann ich daraus nur schlussfolgern, dass Priester und Mönche ganz allgemein in einem Elfenbeinturm leben dürfen, fernab von jeglicher Wirklichkeit. Diese Philosophie für den normalen Bürger zu vertreten ist einfach nurnoch falsch und stürzt die Menschen in den Abgrund und ins Verderben.
Lieber Herr Weder,
danke für Ihren Kommentar. Sie sprechen da Wichtiges an. Das Evangelium “hilft” nicht und ist “unpragmatisch”. Das scheint wohl so.
Haben Sie auch “Kontemplative Exerzitien” von Jalics gelesen? In dem wesentlich dickeren und umfangreichen Buch könnte das Bild vom Priester und Meditierenden im Elfenbeinturm revidiert werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Yotin